Für eine pestizidfreie und enkeltaugliche Zukunft!

Liebe Wwoof-Gemeinde!

Seit fast 10 Jahren sind wir Mitglied bei Wwoof e.V. und überzeugt von der guten Sache und der Philosophie von Wwoof. Was uns alle verbindet, bzw. was wir alle gemeinsam haben, ist die Liebe zur biologischen Landwirtschaft. Hand in Hand mit biologischer Landwirtschaft geht die Liebe zur Natur und zur Artenvielfalt. Doch genau diese ist aktuell weltweit bedroht, wie nie zuvor in unserer Geschichte.

Da Ihr Euch wahrscheinlich sowieso informiert und auf dem Laufenden seid, kann ich Euch die dramatischen Zahlen des allgemeinen Artenschwunds ersparen. Man sollte meinen, das allgemeine Bewußtsein für unsere Nützlinge (Honigbiene & Co.) wäre in der Gesellschaft erwacht und gestiegen. Daß es nicht so ist, beweist, daß das Einzige, was gestiegen ist, der Pestizidverkauf und –verbrauch ist. Gleichzeitig steigt auch die Sterberate der Insekten, Vögel, Amphibien, Kleinsäuger, von den wichtigen Bodenbakterien und Mikroorganismen und Pilzmyzelen ganz zu schweigen. Was hier seit Jahren schief läuft, wird von der Politik bisweilen gebilligt (siehe 5 Jahre Verlängerung von Glyphosat durch Minister Schmidt 11/2017) oder gekonnt ignoriert (siehe die wiederholte Aufschiebung des Verbots für zumindest drei seit Jahren umstrittenen Neoniktinoiden). Wir können das schleichende Sterben doch nicht alle einfach so hinnehmen, es muss sich dringlichst etwas ändern und zwar nicht erst irgendwann, sondern so zeitnah, wie möglich. Schließlich betrifft uns die Sache als Wwoofer oder Wwoofhöfler auch im ganz Speziellen, schließlich berufen wir uns ja auf organische, sprich ökologisch/biologische Lebensweise, bzw. der Erzeugung von Lebensmitteln nach eben diesen Kriterien. Wenn´s aber jetzt noch ein paar Jahre so weiter geht, können wir uns in Zukunft eventuell nur noch Wwof nennen, denn „organic“ wird’s nicht mehr geben!

Im Dreiländereck von Bayern, Hessen und Baden-Württemberg hat sich vor Kurzem das Aktionsbündnis „Giftfrei im 3Ländereck“ gegründet und macht sich auf den „Malser Weg“. Der „Malser Weg“ ist der Weg, den die Gemeinde Mals im Vinschgau gegangen ist, um ihre Region pestizidfrei (im Sinne von: frei von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln) zu bekommen. Bitte informiert Euch hierzu selbstständig, es gibt verschiedene Dokumentationen, z.B. „Das Wunder von Mals“ oder „Leben ohne Ackergifte“ (verlinkt auf unserer Homepage: giftfrei-im-3laendereck.de)

Unser Aktionsbündnis wird begrüßt und unterstützt vom Umweltinstitut München und kooperiert auch mit der Landwende e.V. – Organisation. Aber natürlich wird unser Anliegen nur wirklich wahrgenommen werden, wenn wir unablässig mehr und mehr Verbündete im Kampf gegen höchst fragwürdige Umweltgifte werden. Meine Bitte an Euch alle, die Ihr die Schnauze von unserer Agrarpolitik schon lange übervoll habt (siehe die letzte „Wir haben es satt“-Demo, da waren wir 33000!): Nehmt noch einmal Eure Kraft und Euren Mut und Eure Euch von der Kreation anvertraute Kreativität zusammen und schließt Euch auch zu einem Giftfrei im …? zusammen. Laßt uns gemeisam was Großes erreichen. Für unsere Enkel, Kinder und natürlich auch für uns selbst.
Wir geben Euch gerne Hilfestellung, wo immer wir können. Wichtig: Wir wollen eine positive „Für“-Bewegung sein und keine negative „Gegen“- Dies&Das Bewegung. Für eine pestizidfreie und enkeltaugliche Zukunft eben.

Liebe Grüße von Benedict Vierneisel,
Hof 4 : Natur & Erlebnis Gärtnerei u. Imkerei “Bienenweide” (Im Guten Grund)