Warum „wwoofen“ heilsam für die Welt ist - WWOOF Frühlingstreffen 2018 im Odenwald

Wilfried Brunck, Höfler vom Hof “Rimhorner Selbstversorger”, berichtet vom WWOOF-Frühlingstreffen, das er mit uns gemeinsam ausgetragen hat:

Am vergangenen Wochenende trafen sich 10 Frauen und 5 Männer zum „wwoofen“ hier bei uns im Odenwald. Sie waren der Einladung von uns und der WWOOF-Organisation gefolgt, um gemeinsam einen mobilen Hühnerstall und eine Kompost Toilette zu bauen sowie einen Waldgarten mit kleinem Teich anzulegen.

Der fahrbare Hühnerstall ermöglicht wechselnde Futterplätze auf Streuobstwiesen zu nutzen, was zu wohlschmeckenden Eiern führt. Die Kompost Toilette mit Feststoff und Urin-Trennung ist eine Form der Ressourcennutzung , die Friedensreich Hundertwasser in seinem Gedicht von der heiligen Sch……. sehr anschaulich beschreibt. Der Waldgarten nutzt eine Fläche, auf der in drei Ebenen Nutzpflanzen ihre Frucht tragen und sich dabei wechselseitig unterstützen.

Das motiviert Menschen
Die engagierten Aktiven sind im Alter von 22 bis 67 Jahren und kamen aus Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Österreich angereist. Was bewegt die Menschen, die sich für drei Tage aufmachen, am Wochenende richtig zu arbeiten und viel zu schwitzen? Befragt nach den Motiven wurden drei Bereiche – oft mehrfach – benannt.
Es sind die außergewöhnlichen Begegnungen, neue Erfahrungen zu machen beim Realisieren zukunftsweisender Ideen, sowie dem Erleben, dass es gemeinsam wesentlich leichter geht, etwas Neues in die Welt zu bringen.

Begegnungen freudig erleben
Hier begegneten sich junge Studenten und Pensionäre, handwerklich begabte Menschen hatten mit „Kopfarbeitern“ eine Aufgabe zu erledigen, es trafen Träumer auf Realisten. Das provozierte geradezu neue Sichtweisen mit alternativen Lösungen und machte eine Verständigung auf eine Option erforderlich.
Die Projekte zum nachhaltigen Wirtschaften, zu gesundem Lebensmittel-Anbau und – Versorgung sowie menschenfreundlichen Umgangsformen boten für jeden Einzelnen gleich eine Vielzahl neuer Erfahrungen. Ob beim zusammen schrauben einer Holzwand, dem pflanzen von Sträuchern oder der Auseinandersetzung mit dem Nutzen einer Kompost-Toilette. Diese individuellen neuen Taten empfanden alle als ein Highlight des bewegten, sonnendurchfluteten Wochenendes.

Gemeinsam statt einsam
Ähnlich stark empfunden wurde das gemeinsame Realisieren von Hühnerstall, Waldgarten und Trockenklo. Hier verbanden sich individuelle Stärken und ergänzen sich wechselseitig. Schwere Gegenstände sind leicht zu bewegen, wenn viele Hände zupacken und mittragen. Aus einsamer Ohnmacht wird natürliche, vielfältige Gestaltungsmacht. Das ermutigt zu weiteren eigenen Taten daheim unter Einbezug von Freunden oder Nachbarn.

Sinnbild für Zukunftsfähigkeit
24 Stunden Frischluft erlebten die beiden Mitmacher, die auch die Nacht unterm Sternenhimmel verbrachten. Alle Mahlzeiten fanden draußen im Grünen statt und das alles im April 2018. Dieses Wochenend-Erleben ist für mich ein starkes Sinnbild für unsere lebenswerte Zukunft, die wir erschaffen können. Sie lässt die Vorfreude wachsen auf neue bereichernde Begegnungen, weiteren ungewohnten Erfahrungen in dem Erleben, dass es gemeinsam wesentlich leichter geht. Herzlichen Dank an alle die dabei waren, für Euren großartigen Einsatz und an woof. eV. für das ermöglichen.

Wilfried Brunck am 24. April 2018