Bericht vom WWOOF Höfler*innentreffen in der Mitte Deutschlands am 12. März 2017

HöflerInnen machen ihren Hof zu einem Ort des Lernens, an dem die Qualität der Beziehung zwischen Hofleuten und WWOOFerInnen im Vordergrund steht. WWOOF ist eine Kooperation, die sich durch bedingungslose Freiwilligkeit und gegenseitige Lernbereitschaft auszeichnet. Wie kann da überhaupt noch eins draufgesetzt werden? Indem die Kooperation auf die Hofbesitzer- Innen untereinander ausgeweitet wird und indem HofbesitzerInnen mehr in die Organisation eingebunden werden, wodurch ein starkes Netzwerk entsteht, von dem auch wieder die WWOOFerInnen und letztlich alle profitieren.

Das Treffen auf dem Kastanienhof war nicht das erste Höfler*innentreffen, das wir veranstaltet haben. Inzwischen haben wir gelernt: Wenn für 9 Uhr eingeladen wird, kommen die Leute irgendwann vor 10. Um die allgemeine Stimmung sowohl für die Wartenden also auch für die später Eintreffenden davon möglichst unbeeinträchtigt zu lassen, wird beim ersten WWOOF Höfler*innentreffen “In der Mitte Deutschlands” zunächst einmal mit einer laufend steigenden Personenzahl gefrühstückt. Das kann man hervorragend in der gemütlichen Wohnküche auf dem Kastanienhof in Marth im Eichsfeld, unweit von Göttingen.

Sobald alle Sonntags-Gäste eingetroffen sind, nehmen wir uns draußen an der Sonne Zeit für die Geschichte des Hofes, der landwirtschaftlich, handwerklich und politisch aufgestellt ist, einen Brand wegsteckte und den Götz und Kerstin samt Familie nach einer wechselvollen Hofgemeinschafts-Historie nach wie vor mit Leben füllen.

Zurück in der Wohnküche verschafft uns eine Vorstellungsrunde Überblick über die Gäste des Tages. Es hört sich fast an wie aus einem bekannten Buch von Janosch, wenn ich schreibe: “Jutta und Steffi von der Solawi Freudenthal sind gekommen, das ist dort, wo die größten roten Rüben der Welt wachsen. Und da sind Obed und Malenka von der Obermühle, sie haben einen ganzen Kofferraum Lampignons dabei, die sie verschenken. Den längsten Anreiseweg aber haben natürlich Hannes und Hella vom Hof Ollener Moor bei Bremen, die beiden dürfen nicht fehlen…”

Da außer den Solawi-Leuten auch alle anderen leckere Lebensmittel mitgebracht haben, gibt es eine wunderbare Rundum-Versorgung durch das hofeigene Küchen-Team. Gleich im Anschluss machen wir einen Ausflug, denn auch das haben wir gelernt: Nach dem Mittagessen ist der beste Zeitpunkt für etwas Abwechslung. Wir fahren zur Kuhmuhne in Schönhagen und bekommen dort eine Führung im Schaugarten der eng mit Dreschflegel verbunden ist – da wo die Ökos ihr Saatgut herbekommen.

Das ist spannend, denn auch Dreschflegel-Samengärtner*innen müssen ihr Gemüse irgendwie vor Schnecken schützen und mit Winterheckenzwiebel, Baldrian, Haferwurz und anderen mehr gibt es auch im März bereits was zu sehen – und zu probieren!

Wiedermal zurück in der Wohnküche gibt es bei Kuchen (und selbstgemachtem Bio-Eis, der Spezialität des Hauses!) Gruppenarbeit zu den Themen “Vernetzung zwischen WWOOF-Höfen” sowie “regionale Förderprogramme”.
Gemeinsam Singen mit Angelika vom Hof Bunte Lebenswelten und eine Götz'sche Führung im Wohnhaus runden den Tag ab. Wichtig: Gleich schon festlegen, wo das Treffen im nächsten Jahr stattfinden soll: Bei den Galions bitte!